Wirtschaftsinformatik · FH Aachen

Marke-ting

Vom Marktverständnis über Strategie und die vier P bis zur Kundenbeziehung – der ganze Stoff, erklärt, mit Karteikarten, Zuordnung und Quiz.

Die Vorlesung auf einen Blick

4Blöcke
10Themen
4 PMarketing-Mix
STP& Ansoff

Die vier Blöcke

1

Grundlagen & Marketing-Prozess

Was Marketing ist und wie es abläuft

Marketing ist der Prozess, durch den Unternehmen Wert für Kunden schaffen und starke Kundenbeziehungen aufbauen, um im Gegenzug Wert von den Kunden zu erhalten.

Der Marketing-Prozess in fünf Schritten

Von der Analyse zum Ertrag

  1. Markt und Kundenbedürfnisse verstehen.
  2. Eine kundenorientierte Marketingstrategie entwerfen.
  3. Ein integriertes Marketingprogramm gestalten (die 4 P).
  4. Profitable Kundenbeziehungen aufbauen.
  5. Im Gegenzug Wert von den Kunden zurückgewinnen.

Bedürfnis, Wunsch, Nachfrage

  • Bedürfnis: ein empfundener Mangel (z. B. Durst).
  • Wunsch: ein durch Kultur und Person geformtes Bedürfnis (z. B. eine bestimmte Marke).
  • Nachfrage: ein Wunsch, der durch Kaufkraft gedeckt ist.
2

Märkte verstehen

Block 1 · Der relevante Markt

Am Anfang steht die Abgrenzung: Welchen Markt bearbeiten wir überhaupt? Die Definition entscheidet, welche Kunden und Wettbewerber ins Blickfeld geraten.

Der relevante Markt

  • Die Abgrenzung sollte problemlösungsorientiert erfolgen – nach dem Kundenbedürfnis, nicht nur nach dem Produkt.
  • Sie muss alle relevanten Kunden und Wettbewerber erfassen und darf weder zu spezifisch noch zu unspezifisch sein.

Prüffragen für eine gute Marktdefinition

Drei Fragen

  1. Welche Produkte und Wettbewerber gehören zum Markt? Werden alle relevanten Kunden und Wettbewerber erfasst?
  2. Welche Kunden erfasst die Definition? (Eine grobe Beschreibung reicht.)
  3. Fazit: Ist die Definition zu spezifisch, zu unspezifisch oder genau richtig?

Quantitative Marktanalyse

Sie beziffert Marktgröße, Marktpotenzial und Marktanteil und liefert die Zahlenbasis, um die Attraktivität eines Marktes oder Segments zu beurteilen.

3

Käuferverhalten & Marktforschung

Block 1 · In die Black Box des Kunden blicken

Um Kunden zu bedienen, muss man verstehen, wie sie entscheiden. Marktforschung liefert die dafür nötigen Informationen.

Das Stimulus-Response-Modell

Marketing- und Umweltreize (Stimuli) treffen auf die „Black Box" des Käufers – seine Merkmale und seinen Entscheidungsprozess – und führen zu beobachtbaren Kaufreaktionen. Ziel der Marktforschung ist, in diese Black Box zu blicken.

Primär- gegen Sekundärforschung

PrimärforschungSekundärforschung
erhebt neue Daten eigens für die Fragestellungnutzt bereits vorhandene Daten
genauer zugeschnitten, aber teurer und langsamerschneller und günstiger, aber weniger passgenau
Befragung, Beobachtung, ExperimentStatistiken, Studien, interne Daten
4

Marketing-Strategie

Block 2 · Ansoff, Porter, Wettbewerbsvorteil

Die Strategie legt fest, mit welchen Produkten in welchen Märkten und mit welchem Vorteil das Unternehmen antritt.

Die Ansoff-Matrix

Bestehende ProdukteNeue Produkte
Bestehende MärkteMarktdurchdringungProduktentwicklung
Neue MärkteMarktentwicklungDiversifikation
  • Marktdurchdringung: das Potenzial mit bestehenden Produkten ausschöpfen.
  • Marktentwicklung: bestehende Produkte in neue Märkte bringen.
  • Produktentwicklung: neue Produkte für bestehende Märkte.
  • Diversifikation: neue Produkte in neuen Märkten – am riskantesten.

Porters generische Strategien

Kostenführerschaft (günstigster Anbieter), Differenzierung (einzigartiger Nutzen) und Fokus (Konzentration auf eine Nische). Wer keine davon konsequent verfolgt, bleibt „stuck in the middle".

Porters Five Forces

Die Branchenattraktivität bestimmen fünf Kräfte: Rivalität der Wettbewerber, Verhandlungsmacht der Lieferanten und der Kunden sowie die Bedrohung durch neue Anbieter und durch Ersatzprodukte.

Wettbewerbsvorteil (USP)

Ein echter Wettbewerbsvorteil – die Unique Selling Proposition – ist für den Kunden bedeutsam, klar vom Wettbewerb abgehoben und für das Unternehmen verteidigbar.

5

Segmentierung, Targeting, Positionierung

Block 2 · STP

STP ist die Kernlogik der Strategie: den Markt aufteilen, die richtigen Segmente auswählen und die Leistung im Kopf der Zielkunden verankern.

Die drei Schritte

  1. Segmentierung: Aufteilung des Marktes in Segmente, die homogen auf die Marketinginstrumente reagieren.
  2. Targeting: Auswahl der zu bedienenden Segmente nach Attraktivität und eigenen Fähigkeiten und Ressourcen.
  3. Positionierung: Verankerung der Leistung in den Köpfen der Zielkunden über ein klares Wertversprechen.

Positionierungsaussage

Sie fasst das beabsichtigte Wertversprechen zusammen – für wen, welcher Nutzen, wodurch differenziert – und bildet den Ausgangspunkt für die Gestaltung aller Marketinginstrumente.

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Produkt (1. P)

Block 3 · Produktpolitik

Das erste P im Marketing-Mix umfasst alle Entscheidungen rund um das Leistungsangebot.

Die drei Ebenen eines Produkts

  • Kernnutzen: welches Problem wird gelöst?
  • Reales Produkt: Eigenschaften, Design, Marke, Qualität, Verpackung.
  • Erweitertes Produkt: Zusatzleistungen wie Garantie, Service, Lieferung.

Sortiment und Lebenszyklus

  • Erweiterungen einer Produktlinie heißen Line Extensions.
  • Der Produktlebenszyklus – Einführung, Wachstum, Reife, Rückgang – verlangt in jeder Phase einen anderen Marketing-Mix.
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Preis (2. P)

Block 3 · Preispolitik

Der Preis ist das einzige der vier P, das direkt Erlöse erzeugt – alle anderen verursachen zunächst Kosten.

Die drei Ankerpunkte

  • Kosten bilden die Preisuntergrenze.
  • Der wahrgenommene Kundennutzen bildet die Preisobergrenze.
  • Dazwischen orientiert sich der Preis am Wettbewerb.

Skimming gegen Penetration

Skimming PricingPenetration Pricing
hoher Einstiegspreis, später gesenktniedriger Einstiegspreis
schöpft die zahlungsbereite Spitze abgewinnt schnell Marktanteil
braucht Markenstärke (z. B. Apple)erschwert Wettbewerbern den Eintritt (z. B. Amazon)
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Promotion (3. P)

Block 3 · Kommunikationspolitik

Die Kommunikationspolitik gestaltet alle Maßnahmen, die Informationen über das Angebot vermitteln und das Verhalten der Zielgruppen beeinflussen.

Gute Werbung beginnt mit einem Ziel

Am Anfang steht ein klares, zielgruppenorientiertes Ziel – erst danach Botschaft, Kanal und Gestaltung. Mögliche Ziele: Bekanntheit, Einstellung, Wettbewerbsprofilierung, Umsatz oder Marktanteil.

Der Kommunikationsmix

Klassische Werbung, Verkaufsförderung, Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations), persönlicher Verkauf und Direktmarketing werden zur integrierten Kommunikation aufeinander abgestimmt.

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Place (4. P)

Block 3 · Distributionspolitik

Die Distributionspolitik regelt, wie das Produkt vom Anbieter zum Kunden gelangt – und damit die Verfügbarkeit am richtigen Ort.

Vertriebskanäle

Direkter VertriebIndirekter Vertrieb
Hersteller verkauft ohne ZwischenstufeAbsatzmittler stehen dazwischen
eigener Shop, Website, DirektverkaufGroß- und Einzelhandel

Zur Distributionspolitik gehören außerdem die Wahl der Absatzmittler und die Logistik – zusammen entscheiden sie über Verfügbarkeit und Erreichbarkeit.

10

Beziehungen aufbauen (CRM)

Block 4 · Customer Relationship Management

Der letzte Schritt des Marketing-Prozesses: aus zufriedenen Kunden dauerhafte, profitable Beziehungen machen.

Was ist CRM?

Customer Relationship Management ist der Aufbau und die Pflege profitabler, langfristiger Kundenbeziehungen durch überlegenen Kundenwert und Zufriedenheit.

Warum Kundenbindung lohnt

  • Bestandskunden zu halten ist meist günstiger, als Neukunden zu gewinnen.
  • Gebundene Kunden kaufen wiederholt, sind weniger preissensibel und empfehlen weiter.
  • Über die Zeit liefern sie einen höheren Kundenwert – das eigentliche Ziel des gesamten Prozesses.
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Karteikarten

Antippen zum Umdrehen – erst selbst antworten, dann drehen

Denk die Antwort zuerst vollständig durch. Der Lerneffekt entsteht beim Abrufen, nicht beim Lesen.

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Was gehört zusammen?

Begriff nach rechts auf den Partner ziehen – oder beide nacheinander antippen

Diese Paare sind die inhaltlichen Brücken des Stoffs. Wer sie kennt, ordnet in der Klausur schneller richtig zu.

0 von 8 Paaren
Begriff
gehört zu
?

Quiz

15 Fragen quer durch den Stoff, mit Erklärung

Kreuze nur an, was du begründen könntest. So trainierst du das Verständnis, nicht das Raten.

0 richtig
⌥

Welche Strategie passt?

Links die Situation wählen, rechts steht die passende Strategie

In der Klausur steht nie dabei, welche Strategie gemeint ist. Diese Zuordnung von Situation zu Strategie musst du selbst mitbringen.

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Stolperfallen

Die Verwechslungen, die in jeder Klausur Punkte kosten

Die meisten Fehler stammen aus einer kurzen Liste immer gleicher Verwechslungen. Geh sie vor der Klausur durch.

Grundlagen & Markt

  • Marketing auf Werbung verengen – es umfasst den ganzen Prozess der Wertschaffung.
  • Bedürfnis und Wunsch gleichsetzen: der Wunsch ist das kulturell geformte Bedürfnis.
  • Den relevanten Markt zu eng oder zu weit abgrenzen, statt problemlösungsorientiert.

Strategie

  • Die Ansoff-Felder vertauschen – vor allem Marktentwicklung (neuer Markt) und Produktentwicklung (neues Produkt).
  • STP durcheinanderbringen: erst segmentieren, dann targeten, dann positionieren.
  • Porters Strategien vermischen; wer keine konsequent verfolgt, bleibt „stuck in the middle".

Marketing-Mix (4 P)

  • Skimming und Penetration verwechseln: hoch einsteigen gegen niedrig einsteigen.
  • Kosten als Preisobergrenze ansehen – sie sind die Untergrenze, der Nutzen die Obergrenze.
  • Place mit dem Ort des Ladens verwechseln; gemeint sind Vertriebskanäle und Distribution.
  • Bei der Werbung mit der Gestaltung beginnen statt mit einem klaren Ziel.

Beziehungen

  • CRM auf eine Software reduzieren – gemeint ist der Aufbau langfristiger, profitabler Beziehungen.
  • Nur auf Neukunden schauen; Kundenbindung ist meist günstiger und wertvoller.
★

So lernst du das

Fünf Punkte, die den Unterschied machen

Denke im Marketing-Prozess

Verstehen, Strategie, Marketing-Mix, Beziehungen, Wert zurückgewinnen – diese fünf Schritte sind das Gerüst. Jedes Thema lässt sich einem Schritt zuordnen; wer die Reihenfolge kennt, verliert nie den roten Faden.

Präg dir die vier P als Einheit ein

Produkt, Preis, Promotion, Place gehören zusammen und müssen zur Strategie passen. Übe, zu einer Positionierung den passenden Mix zu skizzieren – genau das wird in Fällen abgefragt.

Lerne die Modelle als feste Raster

Ansoff (vier Felder), Porter (drei Strategien, fünf Kräfte), STP (drei Schritte). Wer die Struktur im Kopf hat, kann jeden Fall einsortieren, statt einzelne Begriffe zu raten.

Nutze die Karteikarten themenweise

Filtere die Karteikarten auf ein Thema und arbeite es zu Ende. Kleine Portionen mit sofortigem Selbsttest bringen mehr als einmaliges Durchlesen der Folien.

Simuliere die Prüfung mit dem Quiz

Mach das Quiz erst nach einem Block und lies bei jeder Frage die Begründung – auch bei den richtigen. Die Fragen, bei denen du danebenlagst, zeigen dir genau, welchen Block du noch einmal brauchst.